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Reiseberichte aus dem südlichen Afrika
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Mit Pferden durch Lesotho
Das größte Glück auf Erden - ein Höllenritt durch Lesotho

Wie schwarze Tinte fließt die sternklare Nacht durch das kleine Sprossenfenster und malt im Schein der flackernden Kerze schemenhafte Schatten an die rissigen, weißgekalkten Wände. Schaudernd ziehe ich die gewebte Wolldecke fester um die Schultern und werfe einen Blick auf die bezaubernden Eisblumen, die sich an den blinden Fensterscheiben emporranken. „Wo gibt es in unserer Zentralheizungswelt noch Eisblumen“ denke ich staunend, während ich das glitzernde Wunderwerk betrachte.



Apropos Zentralheizung: Meine Zehen sind schon ganz weiß vor Kälte, trotz drei Paar dicker Wollsocken. Ich sehne mich nach einer heißen Du- sche, doch aus der Leitung tropft nur ein Rinnsal aus eisig kaltem Gebirgswasser. Und so romantisch Kerzenlicht auch sein mag, ein bisschen elektrisches Licht könnte uns bei der bevorstehenden Packaktion jetzt gar nicht schaden! Allein der Blick auf die großen roten Plastiksäcke, die vor uns auf dem Boden herumlümmeln, verursacht ein heftiges Ziehen in meiner Magengegend. Worauf habe ich mich nur eingelassen?



Noch einmal lasse ich gedanklich die letzten Stunden seit unserer Ankunft in Malealea, mitten im Hochland Lesothos, Revue passieren. Malealea dürfe man auf keinen Fall verpassen, hatte uns das Studentenpärchen aus Pretoria erzählt. Hier gäbe es all das, was sich der gestresste Stadtmensch wünscht. Keinen Lärm, keine Hektik, keinen Strom und keine Autos, stattdessen Natur pur mit hohe Bergen, atemberaubenden Wasserfällen und klarer Luft. Ein Eldorado für assionierte Reiter, denn die einzigen PS unter dem Hintern seien die Basothoponys, mit denen man ausgedehnte, mehr tägige Trekkingtouren durchs Umland unternehmen könne. Das hörte sich perfekt an.



Einziges Manko: wir sind noch nie auf einem Pferd gesessen! „No problem“, hatte uns Mick, der Besit- zer der Malealea-Lodge heute Nachmittag beruhigt. Die Ponys seien ausgesprochen geduldig und brav. Mangelnde Reiterfahrung wäre kein Grund, dieses einzigartige Erlebnis zu verpassen. Das reichte uns an Information völlig aus, um uns gleich für einen Zweitagesritt zu den Botsoela-Wasserfällen mit Übernachtung in einem kleinen Bergdorf anzumelden! Arglos waren wir anschließend zum Schwarzen Brett im Aufenthaltsraum geschlendert, um uns vor dem großen Ereignis die Verhaltensregeln für „Rei- ter“, die uns Mick so sehr ans Herz gelegt hatte, durchzulesen.



Jetzt sitzen wir hier in unserem Zimmer, stumm und ratlos vor den roten Packtaschen, das ausgesprochen ungute Gefühl im Bauch, dass unser erster Ausritt gleichzeitig unser letzter sein könnte. „Wie war das nochmal, mit dem Merksatz vier: ...die Pferde werden auf den steilen, glatten Felswänden leicht ins Rutschen kommen und taumeln. Vertrauen Sie dennoch auf ihr Tier, es wird Sie sicher nach unter bringen?“, durchbreche ich krächzend die düstere Stille. Welche steilen Abgründe, was für taumelnde Pferde konnten da bloß gemeint sein?



„Und was ist mit Merksatz 5: ...falls das Tier durchgehen sollte, locker bleiben und die Zügel anziehen.“, frage ich beharrlich weiter, ohne Beppos Antwort abzuwarten, „ Die werden uns Anfängern doch wohl kaum so eine wildgewordene Bestie zuteilen, oder?“ Beppo zuckt beunruhigenderweise bloß ratlos mit den Achseln und sagt bedeutungsschwanger: „Das werden wir ja morgen früh sehen!“ Ich sage nichts mehr und packe stattdessen meine paar Habseligkeiten für die nächsten 2 Tage in die Taschen, es ist Eile geboten, denn die Kerze ist schon fast heruntergebrannt. Die Anspannung und eisige Winterkälte lässt mich unkontrolliert zittern und so bin ich froh, als ich mich endlich in den dicken Wolldecken unseres Nachtlagers verkriechen kann. Noch acht Stunden Gnadenfrist! Nach einer schlaflosen Nacht schleppen wir uns gen Treffpunkt. Das ganze Dorf ist schon auf den Beinen, um unseren spektakulären Abritt nicht zu verpassen. Zwi- schendrin stehen mit stoischer Gelassen- heit vier Tiere, die ich niemals der Rasse Pony zugeordnet hätte. Diese Hünen sind allenfalls unmerklich kleiner geratene Pferde!



Das ganze Dorf ist im Morgengrauen schon auf den Beinen, um unseren spektakulären Abritt nicht zu verpassen. Zwischen dem Tumult stehen mit stoischer Gelassenheit vier Tiere, die ich niemals der Rasse Pony zugeordnet hätte. Diese Hünen sind allenfalls unmerklich kleiner geratene Pferde! Bevor meine Beine schwach werden kön- nen, entreißen mir lachende Kinder mein Gepäck und führen mich zu „Angel“, dem wunderschönen braunen Hengst mit der weißen Blesse und den sanften Augen. Das wird also mein Begleiter für die nächsten 2 Tage sein. Die Kinder verstauen unsere Taschen auf einem dunkelbraunen Packpferd. Beppo macht sich derweil mit „White Thunder“, dem Apfelschimmel vertraut. Und schon heißt es Aufsitzen. Während John, unser Guide für die nächsten 2 Tage, es sich mit lockerem Schwung auf seinem schwarzen Pony bequem macht, stehe ich vor einem echten Problem. Das unerklimmbare Schultermaß von Angel reicht mir fast bis zur Nasenspitze und allein den linken Fuß in den Steigbügel zu bekommen, grenzt an ein Wunder der Gelenkigkeit. Jetzt bloß nicht blamieren, denn schließlich stehen hinter mir lauter lachende Basothos herum, die jede meiner Bewegungen registrieren und vor allem kommentieren werden!! John übernimmt die Führung, lenkt sein Pferd locker zwischen den Herumstehenden hindurch und grabscht sich im Vorbeireiten noch schnell das Packpferd, dessen Zügel er locker an seinem Sattelknauf befestigt.

Wie von Geisterhand setzt sich Angel in Bewegung und auch White Thunder folgt. So reiten wir stolz erhobenen Hauptes durch die Tore der Malealea-Lodge, hinaus ins weite, ebene Hochland, mitten hinein ins Aben- teuer! John lässt es ruhig angehen und reitet im Schritttempo vorneweg. Angels gutmütiger Trott lullt mich ein, ich beginne zu Entspannen und zu Genießen - nehme mir die Zeit, die tolle Landschaft zu bewundern und die Eindrücke begierig in mich aufzusaugen. Ich fühle mich wie berauscht, drehe mich zu Beppo um und grinse breit. White Thunder sieht meine Geste wohl als Aufforderung, näher zu kommen und beschleunigt seine Schritte. Bald sind sie neben uns und damit nicht genug, setzt White Thunder sogar zum Überholmanöver an. Ich höre ein tiefes, empörtes Schnauben aus den Nüstern meines braunen Engels, den man offensichtlich nicht einfach ungefragt überholen darf. Seine Ohren, die gerade noch im Wind fröhlich hin und her spielten, klappen straff nach hinten und schon prescht Angel los. Vorbei an Beppo und White Thunder, vorbei an John und seinen beiden Ponys und auch vorbei an unserem vorgeschriebenen Pfad- querfeldein mitten in die Pampa!



Panik! Was macht man, wenn man kei- ne Ahnung hat, wo an einem Pferd die Bremse montiert ist? „No, don´t let him do this! Stay on the road!“, ruft mir John hinterher. Danke, John – ein sehr hilf- reicher Tipp! Wie war das mit Merksatz 5 noch gleich? „..falls das Tier durchgehen sollte, locker bleiben und die Zügel an-ziehen“ rekapituliere ich und reiße an den Zügeln an Unwillig wirft Angel den Kopf nach oben, bleckt die Zähne und legt wütig noch einen Zahn zu. Das war offensichtlich eher das Gas als die Bremse! Ich beschließe, mich in mein Schicksal zu fügen und einfach zu versuchen, im Sattel zu bleiben. Ich kralle mich an mei- nen Westernknauf und schicke ein Stoß- gebet gen Himmel. Angel prescht auf eine steinige Anhöhe zu, ich schließe die Augen und werde fast über seinen Hals katapultiert, als er abrupt abbremst und den Kopf nach unten reißt. „Halleluja, er hat es eingesehen und ist stehengeblieben“, freue ich mich. Doch meine Begeisterung währt nur kurzum genau zu sein, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich vorsichtig meine Augen wieder öffne. Der neue Ausblick lässt mir das Blut in den Adern gefrieren! Angel steht mit mir auf einer erhöhten steinernen Plattform. Keine 2 Meter vor uns bricht sie in eine tiefe Schlucht ab, in der weit unten ein munterer Gebirgsbach gurgelt. Jetzt bloß keine falsche Bewegung machen! Stocksteif throne ich auf Angel, während der ziemlich ungerührt einige Grashalme aus einer Felsritze reißt und genüsslich zu schmatzen beginnt. Endlich höre ich erlösendes Huftrampeln hinter mir, die Rettung naht. John steigt behend aus dem Sattel, kraxelt die steile Anhöhe hinauf, grabscht sich Angels Zü- gel und stellt uns neben dem kreidebleichen Beppo ab. Als wäre nichts geschehen, widmet sich Angel sofort ausgiebigst seinem Brunch.



Beppo und mir fehlen noch immer die Worte, mein Mund ist staubtrocken und die Hände zittern. Dann offenbart uns John die nächste grausame Wahrheit: Der Botsoela-Wasserfall läge auf der anderen Seite der Schlucht! Welche Schlucht? Doch wohl nicht etwa dieser Höllenschlund,in den ich gerade schon mal einen Blick werfen durfte? Ungerührt führt uns John an die Abbruchkante. Atemlos blicken wir in die Tiefe. Er zeigt uns die Trampelpfade. Sie win-den sich in halsbrecherischem Gefälle zwischen scharfkantigen Felsbrocken und über glatten, glänzenden Steinuntergrund in engen Serpentinen zum Fuß des Bachlaufes hinunter. „Weil die Felsen durch den Regen ganz glatt und abgeschliffen sind, rutschen die Tiere mit ihren beschlagenen Hufen leicht weg oder stolpern über die groben Fels- brocken, die häufig den Weg versperren,“ erklärt John, „aber auch wenn sie taumeln, finden sie doch ihr Gleichgewicht immer wieder zurück!“ Ich schaue Beppo an, der nun noch einige Stufen weißer im Gesicht geworden ist. Treu wie ein Schaf blickt sein braver Schimmel in die Weltgeschichte. Ob ich jemals unten ankommen werde, bleibt ungewiss. Und dann gibt es kein Zurück mehr. John übernimmt nebst Packpferd die Führung, White Thunder lässt Angel großzügig den Vortritt.



In engen Kurven manövrieren wir die Tiere vorwärts auf dem steilen Pfad nach unten. Sie verlieren auf dem glatten Stein immer wieder den Boden unter den Hufen, taumeln und rutschen. Ein Adrenalinstoß jagt den nächsten. Ein bedroh- liches Gefühl, an dass man sich sogar nach dem zwanzigsten Stolpern einfach nicht gewöhnen kann. Ein Gefühl, abzustürzen, restlos verloren zu sein! Angel ist bedeutend ruhiger geworden, er hat jetzt andere Probleme als den Wunsch, auszubrechen. Er muss sich mit aller Kraft gegen den Abgrund stemmen, um in dem steilen Gefälle nicht das Gleich- gewicht zu verlieren. Vom Pferderücken aus ist der Ausblick in die Tiefe schwindelerregend und nimmt mir fast den Atem. Nach einer halben Ewigkeit rückt der Bachlauf in greifbare Nähe und der Abgrund neigt sich in sanfterem Gefälle gen Tal. Und irgendwann sind wir dann unten angelangt.



Endlich an dem hellen Kiesbett, durch das sich der klare, eiskalte Gebirgsbach schlängelt. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt uns nicht, denn schon steht das nächste risikoreiche Unterfangen bevor. Die Flussüberquerung! John treibt seine Ponys voraus in den Bach, White Thunder folgt artig. „Hoffentlich ist Angel nicht wasserscheu“, denke ich, bevor ich die Augen schließe und dem Biest die Hacken gebe. Wie ein störrischer Esel steht er da und denkt gar nicht daran, auf meine Flankenhiebe zu reagieren. Ich muss unbedingt den Anschluss an John und Beppo behalten, sonst saufe ich am Ende noch in den Fluten ab! Noch einmal trete ich verzweifelt zu. Wie aus der Pistole geschossen sprintet Angel los. Jetzt bloß auf dem Pfad bleiben, keine Spirenzchen nach rechts oder links. Das Wasser steht bis knapp unterhalb meiner Fußspitzen! Eisige Fontänen spritzen mir ins Gesicht, durchtränken Hose und T-Shirt. Ich verspüre nicht die geringste Lust, hier abzusteigen! John und Beppo stehen schon wartend am sicheren Ufer. Mit Nachdruck zerre ich am Zügel und bringe den verdutzten Angel zurück auf den Pfad der Tugend. So viel Durchsetzungsvermögen hatte er mir offensichtlich gar nicht zugetraut. Meine Knie zittern, aber ich bin unbändig stolz. Ich habe mir die Achtung des braunen Teufels hart erkämpft!



All das, was wir uns bis vor einer halben Stunde nach unten gequält haben, müs-sen wir jetzt wohl oder übel wieder hinauf. Diesmal allerdings mit dem entscheiden- den Vorteil, dass man den schwindelerregenden Abgrund stets im Rücken hat. Angel lässt sich erstaunlich einfach len- ken. Die Pferde schwitzen und schnaufen, denn die steilen Serpentinen mit dem ganzen Ballast nach oben zu klettern, ist sicher kein großes Vergnügen. Trotzdem erreichen wir die Steilkante in der halben Zeit, die wir zum Abstieg benötigten und fühlen uns schon fast wie Reitprofis. Oben angekommen eröffnet sich ein gigantischer Panoramablick über sanft wogende Felder aus rosaglänzenden Gräsern und geschwungenen Hügeln.



Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause! Zeit, die Seele baumeln zu lassen und nicht daran zu denken, dass uns morgen der gleiche Höllenritt noch einmal bevorsteht! Ich hieve mich aus dem Sattel und freue mich über den festen Boden unter meinen Füßen. Meine Beine driften O-beinförmig auseinander. In bester John Wayne Manier stakse ich breitbeinig durchs Feld und merke erst jetzt, dass jeder Zentimeter meines Körpers schmerzt. Eine Stunde später heißt es wieder Aufsitzen. Ab jetzt beginnt das wirkliche Vergnügen. Wir streifen durch die weite Hochebene, vorbei an Hirsefeldern und kleinen Dörfern. Kinder laufen uns entgegen. Sie tragen die typischen Lesothodecken mit den gewebten Folkloremustern wie einen Umhang um die Schultern. Als Angel das Hirsefeld direkt am Wegesrand erspäht, hält ihn nichts mehr. John jault auf und gibt wieder tolle Tipps: “Don´t let him do this. Stay on the road!“ Würde ich ja gerne, aber da hilft kein Zerren am Zügel und kein gutes Zureden. Angel trabt hocherhobenen Hauptes an einer Gruppe fassungslos dreinschauender Basothobauern vorbei und beginnt zu fressen, was die eigentlich gerade mit ihren Sicheln ernten wollten.



Lesotho zählt zu den ärmsten Ländern unserer Erde. Der Ackerfeldbau ist in der kargen Hocheben nur in geringem Maße möglich und so muss über die Hälfte aller Grundnahrungsmittel von außen eingeführt werden. Und nun steht da so ein dämlicher Gaul nebst unfähiger Touristin in einem von Lesothos kost-baren Hirsefeldern und frisst sich den Bauch kugelrund! Ich grinse betreten und stammle eine Entschuldigung, während John hektisch herbeigelaufen kommt und das Mistvieh samt mir aus dem Feld bugsiert. Tiefer kann man nicht mehr sinken! Wir sind jetzt schon über 6 Stunden im Sattel und das idyllische Bergdorf, in dem wir übernachten sollen, ist immer noch nicht in Sicht. Unsere Hintern sind wundgescheuert und ich könnte jedesmal vor Schmerzen aufjaulen, wenn Angel wieder beschließt, einen Gang zuzuschalten. Und dann endlich sehen wir die hübschen Rundhütten wie eine Fatamorgana vor uns.



Wir haben es für heute geschafft! Ein großes schwarzes Schwein rettet sich ge- rade noch aus dem Weg und einige Hühner suchen aufgeregt gackernd das Weite, als Angel in das Dorf donnert. Aus einem Pferch blöcken genervte Ziegen hervor, ein Hund bellt. Wir nehmen den Pferden die Sättel ab, dann gibt John ihnen einen freundschaftlichen Klapps auf den Hintern und schon traben sie davon, um an einem grünen Berghang ihr Feierabendmahl einzunehmen. Die hübsche Rundhütte aus gebranntem Lehm, in der wir heute die Nacht verbrin- gen werden, ist innen viel geräumiger als sie auf den ersten Blick ausgesehen hat. Ihre Wände sind kunstvoll verziert mit Pflanzenteilen, die in Farbe getaucht und anschließend abgedruckt worden sind. An den kleinen Sprossenfenstern flattert ein fröhlich bunter Stoff im Wind.



Ideal eigentlich, um es sich mit einem heißen Tee gemütlich zu machen und den Abend mit Tagebuchschreiben zu verbringen. Doch dafür haben unsere schmerzenden Knochen jetzt keinen Sinn mehr. Unsere Körper signalisieren uns nur eins: Isomatten und Schlafsäcke auspacken und schlafen, schlafen, schla- fen... Doch da haben wir unsere Wette ohne den geschäftigen Wasserfallexper- ten gemacht, der eben an unsere Tür klopft. „Nur 2 Stunden strammer Marsch über die Berge und schon sind wir am Botsoela-Wasserfall!“ feuert er uns mit unverhohlener Begeisterung zur Eile an. Nach all den Strapazen jetzt noch Sight seeingtour? Wir schauen in diese Augen, in denen sich der ganze Stolz über den herrlichen Wasserfall widerspiegelt und wir können ihn einfach nicht enttäuschen. So humpeln wir 2 Stunden später immer noch breitbeinig hinter dem netten Führer her, bestaunen ausgiebig seinen Wasserfall und machen zumindest ihm damit eine außerordentliche Freude.



An diesem Abend merke ich nicht mal mehr, wie mein Ohr die Isomatte berührt, weil ich vorher wohl schon im Sitzen eingeschlafen bin. Es ist eine gesunde, befriedigende Müdigkeit - nicht so wie daheim, wenn man nach einem nervigen Bürotag geschafft ins Bett fällt und eigentlich gar nicht genau weiß, warum man so müde ist. Hier im Hochland von Lesotho zählen ganz andere Dinge als bei uns in Europa. Nicht Geld und Gut, sondern der Familienver- band, die Haustiere und die Feldarbeit stehen an erster Stelle. Trotz der ein- fachen Lebensumstände und der rauhen Winterkälte strahlen die Menschen eine solche Lebensfreude und Gelassenheit aus, dass wir uns wünschten, wir könnten wenigstens ein bisschen davon in unseren Packsäcken mit nach Hause nehmen.

ENDE

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